Allgemeine Geschäftsbedingungen
Für die Nutzung der SECMIND-Plattform zur Durchführung von Phishing-Simulationen und Security-Awareness-Maßnahmen.
Stand: Oktober 2026
1. Geltungsbereich und Anbieter
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB“) gelten für sämtliche Verträge über die Nutzung der SECMIND-Plattform zwischen SECMIND, Hunsrückstraße 7, 42579 Heiligenhaus (nachfolgend „Anbieter“ oder „SECMIND“), und dem Kunden.
(2) Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Es richtet sich nicht an Verbraucher im Sinne des § 13 BGB.
(3) Abweichenden, entgegenstehenden oder ergänzenden Geschäftsbedingungen des Kunden wird widersprochen. Sie werden nur dann Vertragsbestandteil, wenn der Anbieter ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zugestimmt hat.
2. Begriffsbestimmungen
- Plattform: die über das Internet bereitgestellte Software-as-a-Service- Anwendung von SECMIND zur Planung, Durchführung und Auswertung von Phishing-Simulationen.
- Phishing-Simulation: der kontrollierte Versand simulierter Phishing-Nachrichten an Empfänger aus der Organisation des Kunden zu Schulungs- und Sensibilisierungszwecken.
- Empfänger: die vom Kunden benannten Personen (in der Regel dessen Mitarbeitende), die in eine Simulation einbezogen werden.
- Nutzerkonto: der passwortgeschützte Zugang des Kunden zur Plattform.
3. Vertragsgegenstand und Leistungsbeschreibung
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden eine cloudbasierte Plattform zur Verfügung, über die der Kunde eigenständig Phishing-Simulationen für die eigenen Mitarbeitenden konzipieren, versenden und auswerten kann. Hierzu gehören je nach Paket insbesondere Vorlagenbibliotheken, ein KI-gestützter Vorlagengenerator, Empfängerverwaltung, Kampagnensteuerung, Landingpages, QR-Code-Tests sowie Reporting-Funktionen.
(2) Der konkrete Leistungsumfang ergibt sich aus dem bei Vertragsschluss gewählten Paket (z. B. Starter, Business, Enterprise) und der jeweiligen Leistungsbeschreibung auf der Website. Leistungsbeschreibungen sind keine Beschaffenheitsgarantien.
(3) Der Anbieter ist berechtigt, die Plattform fortlaufend weiterzuentwickeln, zu aktualisieren und einzelne Funktionen anzupassen, solange der vertraglich geschuldete Leistungskern erhalten bleibt.
4. Vertragsschluss und Registrierung
(1) Die Darstellung der Pakete auf der Website stellt kein bindendes Angebot dar. Mit dem Absenden der Registrierung bzw. der Buchung gibt der Kunde ein verbindliches Angebot auf Abschluss eines Nutzungsvertrags ab.
(2) Der Vertrag kommt mit der Freischaltung des Zugangs bzw. der Bestätigung der Buchung durch den Anbieter zustande. Der Kunde sichert zu, dass die bei der Registrierung angegebenen Daten vollständig und richtig sind, und hält sie aktuell.
(3) Die Zugangsdaten sind vertraulich zu behandeln und vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Der Kunde haftet für Handlungen, die über sein Nutzerkonto vorgenommen werden, es sei denn, er hat den Missbrauch nicht zu vertreten.
5. Kostenlose Testphase (Demo)
(1) Soweit angeboten, kann der Kunde die Plattform für einen begrenzten Zeitraum (in der Regel 7 Tage) in eingeschränktem Umfang kostenlos testen. Die Testphase endet automatisch, ohne dass es einer Kündigung bedarf; ein kostenpflichtiger Vertrag entsteht nur, wenn der Kunde aktiv ein Paket bucht.
(2) Während der Testphase besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Verfügbarkeit oder einen bestimmten Funktionsumfang. Der Anbieter kann die Testphase jederzeit ohne Angabe von Gründen beenden.
6. Zulässige Nutzung und Berechtigung
(1) Die Plattform darf ausschließlich zur Sensibilisierung und Schulung der eigenen Mitarbeitenden bzw. berechtigten Angehörigen der eigenen Organisation des Kunden eingesetzt werden.
(2) Der Kunde sichert zu, dass er zur Durchführung von Simulationen gegenüber den jeweiligen Empfängern berechtigt ist und alle hierfür erforderlichen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Der Anbieter ist berechtigt, die Berechtigung über E-Mail-Domain-Bestätigungen oder vergleichbare Verfahren zu überprüfen.
(3) Der Kunde ist allein dafür verantwortlich, dass der Einsatz der Plattform in seiner Organisation rechtlich zulässig ist, insbesondere hinsichtlich der datenschutz- und arbeitsrechtlichen Anforderungen.
7. Verbotene Nutzung
Dem Kunden ist insbesondere untersagt,
- die Plattform gegen Personen oder Organisationen außerhalb der eigenen berechtigten Organisation einzusetzen;
- die Plattform zu tatsächlichen Betrugs-, Ausspäh- oder Schädigungszwecken zu verwenden;
- echte Zugangsdaten, Zahlungsdaten oder sonstige sensible Daten Dritter zu erheben;
- Marken-, Urheber- oder Persönlichkeitsrechte Dritter rechtswidrig zu verletzen;
- die Plattform zu überlasten, zu manipulieren oder Sicherheitsmechanismen zu umgehen;
- die Plattform Dritten ohne Zustimmung des Anbieters zur Nutzung zu überlassen.
Der Anbieter stellt ausschließlich neutrale bzw. vom Kunden zu verantwortende Inhalte bereit und übernimmt keine Gewähr dafür, dass einzelne vom Kunden gewählte Inhalte in dessen konkretem Einsatzkontext zulässig sind.
8. Pflichten des Kunden
Der Kunde verpflichtet sich insbesondere,
- vor dem Einsatz die erforderlichen datenschutz- und arbeitsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, einschließlich einer etwaigen Beteiligung des Betriebs- oder Personalrats sowie erforderlicher Informationen an die Beschäftigten;
- nur Empfängerdaten zu verarbeiten, zu denen er berechtigt ist, und diese richtig und aktuell zu halten;
- die Zugangsdaten geheim zu halten und bei Verdacht auf Missbrauch den Anbieter unverzüglich zu informieren;
- die Plattform nicht missbräuchlich oder rechtswidrig zu nutzen.
9. Preise und Zahlungsbedingungen
(1) Es gelten die zum Zeitpunkt der Buchung ausgewiesenen Preise. Alle Preise verstehen sich, sofern nicht anders angegeben, zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
(2) Die Abrechnung erfolgt je nach gewähltem Paket monatlich oder jährlich im Voraus. Die Zahlungsabwicklung erfolgt über den vom Anbieter eingesetzten Zahlungsdienstleister (z. B. Stripe). Es gelten ergänzend dessen Bedingungen für die Zahlungsabwicklung.
(3) Gerät der Kunde mit der Zahlung in Verzug, ist der Anbieter berechtigt, nach vorheriger Ankündigung den Zugang zur Plattform zu sperren. Weitergehende gesetzliche Rechte bleiben unberührt. Verzugszinsen werden nach den gesetzlichen Vorschriften berechnet.
(4) Der Anbieter kann die Preise für laufende Verträge mit einer Ankündigungsfrist von sechs Wochen zum Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums anpassen. Widerspricht der Kunde der Anpassung nicht bis zum Wirksamwerden, gilt sie als angenommen; andernfalls kann jede Partei zum Wirksamwerden der Anpassung kündigen. Auf das Widerspruchsrecht und die Folgen wird der Anbieter in der Ankündigung gesondert hinweisen.
10. Verfügbarkeit und Wartung
(1) Der Anbieter bemüht sich um eine hohe Verfügbarkeit der Plattform im Jahresmittel. Hiervon ausgenommen sind Zeiten, in denen die Plattform aufgrund von Umständen außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters (insbesondere höhere Gewalt, Störungen öffentlicher Netze) nicht erreichbar ist.
(2) Der Anbieter ist berechtigt, Wartungsarbeiten durchzuführen und die Plattform hierfür vorübergehend einzuschränken. Planbare Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit in nutzungsarme Zeiten gelegt und, soweit zumutbar, angekündigt.
11. Nutzungsrechte und geistiges Eigentum
(1) Der Anbieter räumt dem Kunden für die Vertragslaufzeit ein einfaches, nicht übertragbares und nicht unterlizenzierbares Recht ein, die Plattform im vertraglich vereinbarten Umfang zu nutzen.
(2) Alle Rechte an der Plattform, den bereitgestellten Vorlagen und Inhalten verbleiben beim Anbieter bzw. den jeweiligen Rechteinhabern. Vom Kunden erstellte eigene Inhalte verbleiben beim Kunden; er räumt dem Anbieter die zur Leistungserbringung erforderlichen Nutzungsrechte ein.
12. Datenschutz und Auftragsverarbeitung
(1) Soweit der Anbieter im Rahmen der Leistungserbringung personenbezogene Daten im Auftrag des Kunden verarbeitet (insbesondere Empfängerdaten), erfolgt dies auf Grundlage eines Auftragsverarbeitungsvertrags gemäß Art. 28 DSGVO, der vor Aufnahme der Verarbeitung abzuschließen ist und Vorrang vor diesen AGB hat, soweit er datenschutzrechtliche Fragen regelt.
(2) Der Kunde ist hinsichtlich der von ihm verarbeiteten Empfängerdaten Verantwortlicher im Sinne der DSGVO. Einzelheiten zur Verarbeitung auf der Website enthält die Datenschutzerklärung.
13. Vertraulichkeit
Die Parteien verpflichten sich, vertrauliche Informationen der jeweils anderen Partei geheim zu halten und nur für Zwecke der Vertragsdurchführung zu verwenden. Dies gilt nicht für Informationen, die öffentlich bekannt sind oder ohne Verletzung dieser Pflicht bekannt werden, oder soweit eine gesetzliche Offenlegungspflicht besteht.
14. Gewährleistung
Der Anbieter gewährleistet eine im Wesentlichen vertragsgemäße Funktionsfähigkeit der Plattform. Mängel sind dem Anbieter nachvollziehbar zu melden. Der Anbieter beseitigt Mängel innerhalb angemessener Frist; gelingt dies nicht, gelten die gesetzlichen Rechte mit den Maßgaben der nachfolgenden Haftungsregelung.
15. Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit.
(2) Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht), deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung auf den vertragstypischen, bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden begrenzt.
(3) Im Übrigen ist die Haftung ausgeschlossen. Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz sowie aus einer übernommenen Garantie bleibt unberührt.
(4) Der Anbieter haftet nicht für Schäden, die darauf beruhen, dass der Kunde die Plattform entgegen diesen AGB oder entgegen den geltenden rechtlichen Vorgaben (insbesondere Datenschutz- und Arbeitsrecht) eingesetzt hat.
16. Laufzeit und Kündigung
(1) Der Vertrag wird je nach gewähltem Paket mit monatlicher oder jährlicher Laufzeit geschlossen und verlängert sich jeweils um die gleiche Periode, sofern er nicht mit einer Frist von 30 Tagen zum Ende der jeweiligen Laufzeit gekündigt wird.
(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere bei einem erheblichen Verstoß gegen Ziffer 6 oder 7 dieser AGB vor.
(3) Kündigungen bedürfen der Textform (z. B. E-Mail an info@secmind.de).
17. Sperrung bei Verstößen
Bei begründetem Verdacht einer missbräuchlichen oder rechtswidrigen Nutzung ist der Anbieter berechtigt, den Zugang des Kunden ganz oder teilweise und mit sofortiger Wirkung zu sperren. Der Anbieter wird den Kunden hierüber informieren und die Sperrung aufheben, sobald der Grund entfallen ist.
18. Änderungen dieser AGB
Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, soweit dies zur Anpassung an geänderte rechtliche oder technische Rahmenbedingungen erforderlich ist und den Kunden nicht unangemessen benachteiligt. Der Anbieter informiert den Kunden mindestens sechs Wochen vor Wirksamwerden in Textform. Widerspricht der Kunde nicht bis zum Wirksamwerden, gelten die Änderungen als angenommen; hierauf wird der Anbieter gesondert hinweisen. Andernfalls kann jede Partei zum Wirksamwerden kündigen.
19. Höhere Gewalt
Ereignisse höherer Gewalt, die dem Anbieter die Leistungserbringung wesentlich erschweren oder unmöglich machen, befreien ihn für die Dauer der Störung von der Leistungspflicht. Hierzu zählen insbesondere großflächige Netz- oder Stromausfälle, Cyberangriffe auf die zugrunde liegende Infrastruktur sowie behördliche Maßnahmen.
20. Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
(2) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus und im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist, soweit der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist, der Sitz des Anbieters.
(3) Änderungen und Ergänzungen des Vertrags bedürfen der Textform. Dies gilt auch für die Aufhebung dieses Textformerfordernisses.
(4) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.
